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OKRs – Anwendung und Erfolgsfaktoren

OKR steht für Objective & Key Results und ist eine Methode, um Ziele zu definieren und miteinander in Einklang zu bringen. OKR reiht sich also in eine lange Liste von Methoden zur Zielsetzung ein. Dennoch stechen OKRs heraus. Das liegt zum einen an deren Erfolgsgeschichte und zum anderen an vier einfachen Erfolgsfaktoren.

Wie die Methode entstand

OKRs wurden von Andy Grove – eine Ikone in der Computerbranche und ehemaliger CEO von Intel – in den 70er-Jahren bei Intel eingeführt. Dabei nutzte Grove Einflüsse von Management By Objectives und SMART-Kriterien.

John Doerr – ein enger Kollege von Andy Grove – machte die Methode noch bekannter, indem er mehrere Unternehmen von der Methode überzeugte und dabei half, OKRs richtig zu implementieren. Zu diesen Unternehmen zählen unter anderem Google und LinkedIn. Außerdem schrieb Doerr ein Buch über das Thema.

Neben diese Unternehmen scheint die Methode vor allem bei schnell wachsenden und agilen Unternehmen besonders beliebt zu sein. So setzen viele Startups ab einer gewissen Größe auf OKRs. Beispiele sind: MyMuesli und MyFitnessPal.

OKR – Ein Objective mehrere Key Results

Ein OKR besteht aus einem Objective. Dieses Objective wird mit mehreren Key Results erreicht. Ein Key Result ist ein Ziel nach SMART-Kriterien. Pro Objective sollten 3-5 Key Results bestimmt werden.

Wie wird die Methode genutzt

Die Geschäftsführung bestimmt ein langfrstiges Objective. Dieses Objective kann einer Vision ähneln oder als schlichtes Ziel formuliert werden.

Mit 3-5 Key Results wird festgelegt, wie dieses Objective umgesetzt werden kann. Die einzelnen Key Results werden dann zu Objectives bestimmter Abteilungen bzw. Mitarbeiter, die sich wiederum ihre eigenen Key Results festlegen, um ihr Objective zu erreichen.

So werden die OKRs immer weiter miteinander verknüpft. So arbeitet am Ende jeder Mitarbeiter an seinen OKRs die allesamt auf die OKRs des gesamten Unternehmens hinarbeiten.

Somit werden OKRs zunächst Top-Down vorgeschlagen und Bottom-Up wird die genauere Umsetzung bestimmt.

OKRs empfehlen sich als zweigleisige Nachverfolgung: Jährliche OKRs für strategische Ziele und quarteilsweise OKRs für kurfrstige Ziele.

Die OKRs werden dem ganzen Unternehmen auf leicht zugängliche Weise dargelegt. So weiß kann jeder Mitarbeiter einfach sehen, woran alle anderen Unternehmen und wie deren Fortschritt bei ihren OKRs ist.

Die Erfolgsfaktoren von OKRs

Fokussieren und sich zu Prioritäten verpflichten

Durch die klare Vorgabe von wenigen Key Results und Objectives wird man zur Fokussierung gezwungen.

Ausrichten und verbinden für Teamarbeit

Alle Mitarbeiter werden angeregt, OKRs zu setzen, die zu der Vision der Geschäftsleitung passt.

Da OKRs transparent für alle einsehbar sind, können viele Synergien entstehen. Das Silo-Denken soll dadurch vermieden werden. Dadurch, dass auch Fortschritte der OKRs regelmäßig upgedatet werden, können andere Abteilungen zur Hilfe kommen, wenn sie sehen, dass Kollegen bei ihrem OKR hinterher sind.

Verfolgen der Verantwortlichkeiten

OKRs haben klar zugewiesene Verantwortlichkeiten. Durch die Transparenz und die klare Verantwortlichkeit steigt die Mitarbeitermotivation deutlich an.

Nach den Sternen greifen

Bei einem ausgereiften OKR-System gibt es zwei Arten von OKRs:

  • Verbindliche OKRs
  • Große OKRs

Verbindliche OKRs sollten alle erreicht werden. Große OKRs eher nicht. Es gilt der Grundsatz, dass große OKRs riskanter sein sollen. Wenn also alle erreicht werden, kommt irgendwann die Frage, ob tatsächlich nach den Sternen gegriffen wird. Eine insgesamte Zielerreichung von 70-80% ist für viele Unternehmen erstrebenswert.

Kontinuierliches Performance Management

Das kontinuierliche Performance Management besteht aus CFR:

  • Conversation: Durch ein hohes Maß an Interaktion mit den Vorgesetzten bleibt der Zielerreichungsprozess flexibel für Schwierigkeiten und Hindernisse.
  • Feedback: Durch Feedback und Einschätzung der Ziele, weiß jeder wie weit ein Ziel ist. Ziele werden dabei nicht nur nach der Zielerreichung beurteilt, sondern auch der Selbsteinschätzung der eigenen Performance.
  • Recognition: Regelmäßige Anerkennung verbessert die Motivation noch stärker.

OKRs und agile Methoden

Besonders im agilen Umfeld helfen OKRs auf Kurs zu bleiben. Agile Methoden erweisen sich häufig als effektive und effiziente Umsetzungsform von Projekten und Aufgaben. OKRs bieten dazu ein Zielsetzungssystem, das Unternehmen nicht nur auf einen einheitlichen Kurs bringt, sondern auch die agilen Werte und Prinzipien umsetzt.

Wie kann ich es nutzen?

OKRs sollten in größeren Unternehmen inkrementell umgesetzt werden. Beispielsweise kann mit Beschränkungen auf einzelne Abteilungen begonnen werden. Hier sind vor allem agile Abteilungen eine sinnvolle erste Anlaufstelle.

Das wichtigste in Kürze

  • OKRs bestehen aus 3-5 Key Results.
  • OKRs sind transparent für jeden einsehbar.
  • OKRs sind über das ganze Unternehmen miteinander verknüpft.
  • OKRs müssen auch mutige Ziele beinhalten.
  • OKRs haben klare Verantwortlichkeiten.

Quelle

Doerr, J. 2018: OKR, Vahlen Verlag München, 2018.
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